Supermodels

Supermodel:
Der Begriff Supermodel bezeichnet ein hochbezahltes Model, das einen weltweiten Wiedererkennungswert hat und erfolgreich in Haute Couture und kommerzielle Werbung modelt.

Anwendung:

Jene Models, die den Status des “Supermodels” erreichen, teilen sich meistens die selben Eigenschaften: Sie arbeiten mit den erfolgreichsten Modedesignern und Labels und bekommen daher die Prestigeaufträge in der Modeindustrie, die millionenschwer sind und das Model zum Aushängeschild machen. Dadurch werden sie von der allgemeinen Öffentlichkeit eher erkannt und erreichen damit einen weltweiten Wiedererkennungswert. Nach dem deutschen Supermodel Claudia Schiffer, muss ein Model möglichst viele Covers verschiedener Magazine in derselben Zeit zieren, um weltweit wahrgenommen zu werden.
 

Kriterien:

Das perfekte Supermodel sollte 1,80m groß sein, weniger als 55kg wiegen und die Maße 90-60-90 haben. Nach einigen Aussagen, soll die Bestimmung der Maße an Marilyn Monroses Figur angelehnt sein. Nach der Association of Model Agents (AMA), sollte ein Model die Maße um die 86-61-86 haben und als Mindestgröße 1,73m groß sein. Mittlerweile sind aber Models auf dem Laufsteg gefragt, die mindestens 1,79m sind und ca. 50kg wiegen. Die Büste liegt zwischen 85-90, die Taille unter 62 und ein Hüftumfang unter 90, um in die Konfektionsgrößen 34/36 zu passen. Modelagenturen neigen dazu die Größe und Maße ihrer Models mit 1,78m und 86-61-86 anzugeben, was wahrscheinlich an die Fuß & Zoll-Einheit (5'10"; 34-24-34) angelehnt ist und stimmiger klingt. Ein männliches Model dagegen sollte zwischen 1,80m-1,88m groß sein und zwischen 64-75kg wiegen. Im Gegensatz zu ihren weiblichen Pendant, sollten die männlichen Models fit und gestählt aussehen.   

Ursprünge:


Lisa Fonssagrives gilt als weltweit erstes 
Supermodel.

Der erste nachweisbare Gebrauch des Begriffs "Supermodel" in Printmedien findet sich in einem Interview mit dem Künstler Henry Stacy Marks wieder, das 1891 in The Strand Magazine gedruckt wurde. Am 06. Oktober 1942 benutzte die Autorin Judith Cass den Begriff "Supermodel" für ihren Artikel in der Chicago Tribune, der mit Aufschrift "Super Models are Signed for Fashion Show" erschien. Ferner wurde der Begriff 1943 von dem Agenten Clyde Matthew Dessner benutzt, der den Begriff in seinem Buch So You Want to Be a Model! aufgriff. 1949 wandte das Magazin Hearst's International Combined with Cosmopolitan den Begriff an Anita Colby, eines der bestbezahlten Models ihrer Zeit, als Beispiel an. Das Gleiche tat die Vancouver Chinatown News am 18. Oktober 1959 mit Susan Chew als Beispiel.

Janice Dickinson behauptet, dass sie den Begriff 1979 erfunden hätte, als Wortverbindung zwischen Superman und Model. In einem Interview für Entertainment Tonight sagte Dickinson anekdotisch über ihre Modelagenten Monique Pilar von Elite Model Management: "Als sie mich fragte 'Janice, was denkst du wer du bist? Superman?'. Ich antwortete 'Nein... ich bin ein Supermodel, Schätzchen'." Dickinson behauptet auch, dass sie das weltweit erste Supermodel sei. Die meisten Kritiker sind sich jedoch einig, dass Lisa Fonssagrives als weltweit erstes Supermodel anzusehen ist. Sie erschien von den 1930ern bis zu den 1950ern in einer Fülle von Magazinen und brachte die Vogue zu ihrem jetzigen Prestige-Status in der Modeindustrie. Als erstes Supermodel wurden auch Dorian Leigh, Gia Carangi und Jean Shrimpton bezeichnet. 

1960er - 1970er: Aufschwung der Supermodels 
 
In den 1960ern und 1970ern wurde der Begriff des Supermodels immer häufiger von den Medien benutzt. In Mai 1967 wurde Twiggy von der Salisbury Daily Times als Supermodel bezeichnet. Anfang der 1970er benutzten Zeitungen wie die Chicago Daily DefenderThe Washington PostMansfield News JournalThe Chicago Tribune und The Advocate den Begriff in ihren Artikeln. Die amerikanische Vogue wandte den Begriff an Margaux Hemingway an, die das Cover der September 1975-Ausgabe des Magazins zierte, und als Gesicht des Fabergés-Dufts "Babe" das erste Model wurde, das einen millionenschweren Beauty-Vertrag unterzeichnete. Am 22. Dezember 1977 bezeichnete Jet Beverly Johnson als Supermodel. 

In den 1970ern setzte Sports Illustrated-Redakteurin Jule Campbell den neuen Modeltrend des "California Girls", als sie "größere und gesündere" aussehende Models für die damals noch neue Sports Illustrated Swimsuit Issue beauftragte. Mit der Erwähnung der Namen der Models, wurden die Models einem breiteren Publikum ein Begriff, was dem Magazin das Image des "Supermodel-Sprungbretts" einbrachte. 


In Februar 1968 listete die Glamour 19 Models als "Supermodel" auf. Sie waren Cheryl Tiegs, Verushka, Lisa Palmer, Peggy Moffitt, Marisa Berenson, Susan Murray, Susan Harnett, Twiggy, Gretchen Harris, Heide Wiedeck, Irish Bianchi, Hiroko Matsumoto, Anne DeZagher, Kathie Carpenter, Jean Shrimpton, Jean Patchett, Benedetta Barzini, Claudia Duxbury und Agneta Frieberg. Andere bekannte "Supermodels" der Zeit wurden Margaux Hemingway, Iman Abdulmajid, Cybill Shepherd, Christie Brinkley, Lauren Hutton, Beverly Johnson, Patti Hansen, Grace Jones, Janice Dickinson, Gia Carangi, Rene Russo, Jerry Hall, Kelly Emberg, Wilhelmina Cooper, Edie Sedgewick und Penelope Tree. 

In dieser Zeit zierten auch schwarze Models die Titel wichtiger Modemagazine. Donyale Luna wurde 1966 das erste schwarze Model überhaupt, das ein Cover der Vogue (hier der britischen) zierte. Naomi Sims zierte als erstes afro-amerikanische Model das Cover der Ladies' Home Journal im Jahre 1968. Im Jahre 1974 wurde Beverly Johnson das erste afro-amerikanische Model, das das Cover der amerikanischen Vogue zierte. 

1980er - Anfang der 1990er: Ära der Supermodels

Anfang der 1980er zielten die Modemacher betont auf kommerzielle Werbung und schafften damit den endgültigen Promistatus des Supermodels. Seitdem waren sie nicht mehr länger als unbekannte Schönheiten auf Anzeigen zu sehen, sondern als namhafte Supermodels, deren Namen auf die Produkte erwähnt wurden, für die sie warben. Sie wurden zu glamourösen Schönheiten, die den Schauspielerinnen die Show stahlen und als Symbol für Luxus und Wohlhaben galten. Dadurch wurden Supermodels jedoch nicht als Individuen, sondern als ein Image angesehen.

In Oktober 1981 zählte das Life Magazin 
Shelley Hack, Lauren Hutton und Iman für Revlon, Margaux Hemingway für Fabergé, Karen Graham für Estée Lauder, Christina Ferrare für Max Factor und Cheryl Tiegs für Cover Girl in seinem Artikel als "Million Dollar Faces" auf. Diese Models unterzeichneten lukrative Verträge in Beträge, die bisher für Models nicht bezahlt wurden.    


Linda Evangelista, Cindy Crawford, Naomi Campbell 
und Christy Turlington sangen am Ende der Versace-
Modenschau für die Herbst 1991-Saison den Song
"Freedom! '90". Der Moment gilt als eines der
wichtigsten in der Supermodel-Geschichte. 

Anfang der 1980ern unterzeichnete Inés de la Fressange als erstes Model einen exklusiven Modelvertrag mit einem Haute Couture-Fabrikant, namentlich Chanel. Während der 1980ern begannen Modehäuser für ihre Produkte in TV und auf Billboard zu werben. Gia Carangi, Christie Brinkley, Kim Alexis, Cheryl Tiegs, Paulina Porizkova, Kathy Ireland, Brooke Shields und Elle Macpherson wurden somit bekannte Gesichter und erschienen auch in TV-Spots für Diet Pepsi oder Ford Trucks.

Ende der 1980er bis Mitte der 1990er begann die sogenannte "Ära der Supermodels". Wer einmal zum Supermodel aufgestiegen war, hatte bereits den Ruf als bekannter Superstar. Sie wurden berühmt für ihre Cameo-Rollen in Talkshows und Kinofilmen, und ihre Beziehungen zu berühmten Hollywoodschauspielern. Natürlich zählte ihr Beruf als Model auch eine große Rolle: so war es nicht verwunderlich, dass ein Supermodel tagtäglich mehrere tausend Dollar verdiente. Einst sagte das kanadische Supermodel Linda Evangelista: ”Wir kommen nicht, für weniger als 10,000 Dollar am Tag, aus dem Bett” und landete damit einen der berühmtesten Statements. 1991 unterzeichnete Christy Turlington, zum Beispiel, einen 12-tätigen Arbeitsvertrag mit Maybelline, der ihr 800,000 Dollar verschaffte und Claudia Schiffer verdiente vier Jahre später 12 Millionen Dollar für ihre diversen Modeljobs. Tyra Banks sagte in einem Interview mit Howard Stern, dass die erfolgreichsten Models pro Modenschau bis zu 10,000 Dollar verdienen konnten.

Auf dem Höhepunkt dieser Ära zält das Jahr 1990, als die fünf Supermodels Naomi Campbell, Cindy Crawford, Linda Evangelista, Christy Turlington und Tatjana Patitz eigenhändig von dem renommierten Fotografen Peter Lindbergh ausgesucht wurden, um für das Cover der Januar 1990-Ausgabe der britischen Vogue zu posieren. Diese fünf Supermodels wurden auch von George Michael ausgesucht, um in den Videoclip für seine Single "Freedom! '90" aufzutreten. Das Fünfgestirn wurde später von Models wie Stephanie Seymour und Claudia Schiffer komplementiert und sind als die "originalen Supermodels" bekannt. Turlington, Campbell, Evangelista, Schiffer, Crawford und Kate Moss wurden später von der Modeindustrie als die "Big Six" deklariert, von denen Turlington, Campbell und Evangelista nochmals als "The Trinity" bezeichnet wurden - sozusagen die Supermodels unter den Supermodels. 

In dem 2006-Buch In Vogue: The Illustrated History of the World's Most Famous Fashion Magazine zitierte der Author Rizzoli Anna Wintour, die Chefredakteurin der amerikanischen Vogue: "Diese Mädchen waren vollzüglich für Mode und reflektierten total diese Zeit... [Sie] waren wie Film Stars". Rizzoli nennt einige Models namentlich vor der Supermodel-Ära, erklärt jedoch: "Keine von ihnen erreichte den Ruhm und die weltweite Anerkennung wie Linda Evangelista, Christy Turlington, Cindy Crawford, Naomi Campbell, Tatjana Patitz, Stephanie Seymour, Claudia Schiffer, Amber Valletta, Yasmeen Ghauri und Karen Mulder Ende der 1980ern und Anfang der 1990ern. Diese brachen aus den Seiten der Magazine aus."   

Mitte der 1990er - Ende der 1990er: Heroin Chic

1996 endete die Supermodel-Ära und wurde durch die sogenannte Ära des Heroin Chic abgelöst. Der Heroin Chic-Look zeichnete sich durch seinen Abmagerung und Androgynität seiner Models aus. Models wie Éve Salvail, Emma Balfour, Kristen McMenamy und allen voran Kate Moss kam der Trend zu gute. Der Trend hielt jedoch nicht lange an. Bereits 1997 war der Look auf dem absteigenden Ast, nachdem der prominente Fotograf Davide Sorrenti, der bekannterweise mit dem Heroin Chic-Supermodel Jaime King liiert war, durch sein überschwänglichen Drogenkonsum verstarb. Ende der 1990er verdrängten indes Schauspielerinnen, Popsternchen und andere Promis der Unterhaltungsindustrie allmählich Models von den Magazincovers und Werbekampagnen. Dies bedeutete für viele aufstrebende Models das Aus im Rampenlicht. Eine beliebte Verschwörungstheorie besagt, dass das Supermodel-Gehabe den Modedesigern und Moderedakteurin zu anstrengend wurde. 

Charles Gandee, Redakteur der Vogue sagte, dass die hoch verlangten Gagen und arme Attitüde der Models zum Abschwung des Supermodels führten. Modedesiger buchten weniger glamourös-aussehende Models, damit sie nicht die Klamotten die Show stahlen. Nichtsdestotrotz hielten Models wie Laetitia Casta, Eva Herzigová, Carolyn Murphy, Patricia Velásquez, Adriana Karembeu, Shalom Harlow, Tatiana Sorokko, Milla Jovovich, Tyra Banks und Valeria Mazza den Titel des Supermodels am Leben.

2000er: Abschwung der Supermodels

Ende der 1990er trat Gisele Bündchen die sogenannte brasilianische Welle an. Die amerikanische Vogue bezeichnete mit ihr "die Rückkehr des sexy Models" und das Ende des Heroin Chic-Trends. Der Trend des "All American Girls" wechselte schnell zu den kalten Schönheiten aus Europa. Da diese jedoch aus nicht englischsprachigen Länder kamen, waren sie nicht für den Mainstream geeignet. Die Chancen mit dem Modeln bekannt zu werden schwanden immer mehr. Im Gefilde des High Fashions gibt es viele erfolgreiche Models, die jedoch größtenteils nur Leuten bekannt sind, die sich mit Mode beschäftigen. Einige von ihnen sind Stella Tennant, Raquel ZimmermannNatasha Poly, Malgosia Bela, Liya Kebede, Mariacarla Boscono, Natalia VodianovaLara Stone, Karen Elson, Isabeli Fontana, Iselin Steiro, Jessica StamCarmen Kass, Carolyn Murphy, Daria Werbowy, Guinevere van Seenus, Anja Rubik und Angela Lindvall.  

Heute sind nur noch wenige Modeljobs ein Sprungbrett für ein Model, um zur Berühmtheit aufzusteigen. Am bekanntesten ist dabei der Unteräschenhersteller Victoria's Secret, der Models den millionenhohen "Angel"-Vertrag offeriert und damit TV-Show-Auftritte und einen garantierten Platz bei der beliebten Victoria's Secret Fashion Show erhält. Dadurch wurden Models wie Bündchen, Banks, Heidi KlumAdriana LimaKarolina Kurkova, Alessandra Ambrosio und Marisa Miller bekannt. Die Sports Illustrated Swimsuit Issue zählt weiterhin zu einem Sprungbrett für jene Models, die das Cover des Magazins landen. Einige Victoria's Secret Angels wie Klum, Banks und Miller sowie andere Models wie Rebecca Romijn und Petra Němcová wurden mit der Coverzierung bekannte Gesichter auch außerhalb der Modeindustrie. In der Mai 2007-Ausgabe der amerikanischen Vogue wurden auf dem Cover die Models Doutzen KroesChanel ImanJessica StamCaroline TrentiniRaquel ZimmermannSasha PivovarovaAgyness DeynCoco RochaHilary Rhoda und Lily Donaldson, als die zukünftige Supermodel-Gruppe, präsentiert.


Links: 2003 waren Kurkova, Banks, Klum, Bündchen und Lima die Stars von Victoria's Secret
Rechts: 2007 kührte die Vogue zehn Models als die nächste Generation von Supermodels

2010er: Heutiger Stand der Supermodels

Heutzutage sind immer noch nur die Modeljobs im kommerziellen Gewerbe wie Victoria's Secret und die Sports Illustrated Swimsuit Issue ein Sprungbrett für Models, um der allgemeinen Öffentlichkeit ein Begriff zu werden. Dies spiegelt sich vor allem in der jährlichen Forbes-Studie der bestbezahlten Models wieder, wovon viele der aufgelisteten Models mit Victoria's Secret unter Vertrag stehen. Victoria's Secret hat zuletzt Miranda Kerr und Rosie Huntington-Whiteley ganz groß rausgebracht. Bei Sports Illustrated Swimsuit Issue waren es Bar Refaeli, Brooklyn DeckerIrina Shayk und Kate Upton. Heutige High Fashion-Lieblinge wie Joan Smalls, Karlie Kloss, Arizona Muse, Saskia De Brauw und Liu Wen sind außerhalb der Modeindustrie immer noch wenig bekannt.
 


David Gandy gehört zu den wenigen 
bekannten männlichen Models.

Männliche Supermodels:

Modeln ist einer der wenigen Berufe, in denen Frauen weitaus mehr verdienen als Männer. Männliche Models stehen als Schlußlicht in dem eh schon kurzlebigen Job als Model. Demnach ist es sehr selten, dass ein männliches Model als Supermodel bezeichnet wird. Wenige von diesen wie Mark Vanderloo, Marcus Schenkenberg, Tyson Ballous, Tyson Beckford, Werner Schreyer, Alex Lundqvist und Gabriel Aubry wurden in den 1990ern erfolgreich und werden heute als "männliche Supermodels" bezeichnet. Will Chalker machte von sich reden, als er als erstes männliches Model in der Kategorie "Bester Modelnewcomer" bei den Brit Fashion Awards nominiert wurdeBrad Kroenig verdiente in seinem erfolgreichsten Jahr als Model eine Million Dollar. Die Forbes-Studie ermittelte für die Jahre 2008 und 2009 die bestbezahlten männlichen Models als Taylor Fuchs bzw. Sean O'Pry. O'Pry steht bis heute auf Platz eins der Top 50-Liste der männlichen Models von der renommierten Model-Website models.com. Das bekannteste männliche Model der heutigen Zeit ist David Gandy (s. Bild links) als Model des Dolce & Gabbana-Dufts "Light Blue".

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