Waris Dirie

Waris Dirie:
Waris Dirie (*1965) ist eine somalische Buchautorin und ehemaliges Supermodel und UN-Botschafterin gegen Genitalverstümmlung von Frauen.

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Steckbrief:

Geburtsname: Waris Dirie
Geburtsdatum: 1965
Geburtsort:
Somalia
Staatsbürgerschaft: Österreicherin
Haarfarbe: Schwarz
Augenfarbe: Dunkelbraun
Größe: 1,75m
Ehemann: Dana Murray (geschieden)
Kinder: Aleeke (1997 geboren)
Verwandt mit:
Supermodel Iman Abdulmajid (Cousine)

Biografie:

Anfangszeiten:

Waris Dirie wurde 1965 in einer muslimischen Nomadenfamilie vom Clan der Darod in Somalia geboren. Sie wuchs in der Steppe Afrikas mit ihren zahlreichen Geschwistern, darunter ein älterer Bruder, zwei älteren Schwestern und mehrere jüngere Geschwister, auf. Waris bedeutet auf Suaheli “Wüstenblume”. Im Alter von fünf Jahren erlitt Dirie selbst die traditionelle Genitalverstümmlung von jungen Mädchen und Frauen. Diese Beschneidung kostete ihrer Schwester Halemo das Leben, als sie daran verblutete.
Im Alter von 13 Jahren riss Dirie von Zuhause aus, als ihr Vater sie, für fünf Kamelen, an einen 60-jährigen Mann vermählen wollte. Sie floh in die Landeshauptstadt Mogadischu und lebte dort bei ihrem Onkel. Als dieser 1981 als Botschafter nach London berufen wurde, nahm Dirie als Dienstmädchen mit. In London lernte Dirie erstmals lesen und schreiben und hielt sich mit Nebenjobs, darunter Putzfrau bei McDonald‘s, übers Wasser. Ein Jahr lang beobachtete sie der englische Fotograf Malcom Fairchild, ehe er die damals 18-jährige Dirie erfolgreich ansprechen konnte.

Modelkarriere:

Zu Diries ersten großen Jobs gehörten Revlon und Levi’s. 1987 hatte sie eine Rolle in dem James-Bond-Film Der Hauch des Todes. Im selben Jahr posierte sie für den Pirelli Kalender und wurde vom Fotografen Terence Donovan sogar für die Coverzierung ausgewählt. Damit erlang ihr der Durchbruch zum Supermodel und sie modelte fortan für die angesagtesten Topdesignern in London, Mailand, Paris und New York. 1995 drehte die BBC die Dokumentation „Eine Nomadin in New York“ über ihren Werdegang.

Anderweitige Karrieren:

1997, auf dem Höhepunkt ihrer Modelkarriere, redete Dirie erstmals über ihre Beschneidung für die Journalisten Laura Ziv für die Marie Claire und entfachte ein weltweites Medienecho. Im selben Jahr wurde sie zur UN-Botschafterin gegen Genitalverstümmlung von Frauen ernannt und sollte diesen Sitz bis 2003 tragen. 1998 veröffentlichte sie ihr erstes Buch namens „Wüstenblume“ - so die Bedeutung ihres Namens Waris auf Suaheli. In biografisches Erstlingswerk wurde zu einem weltweiten Erfolg, auf dem die weiteren Bücher „Nomadentochter“, „Schmerzenskinder“ und „Brief an meine Mutter“ folgten.

Im Interview mit Riz Khan für Al Jazeera in August 2007, wurde erwähnt, dass Dirie ihre Lebensgeschichte verfilmen wird und sie dabei ihre Mutter mimen wird. Dirie bestätigte die ersten Gerüchte, wollte aber keine weiteren Informationen geben. Sie: "Ich mag es nicht über Dinge zu sprechen, die noch nicht feststehen oder getan wurden".

Bücher:

Wüstenblume:

Ihr erstes Buch beschäftigt sich mit ihrem Leben. Dabei erzählt sie über ihre ersten Erinnerung als Kind in der Wüste Somalias bis hin zu ihrer Ernennung zur UN-Botschafterin. Das Buch erschien erstmals 1998.

Nomadentochter:

Das Sequel zu ihrem Erstling beschäftigt sich mit ihrer Arbeit als UN-Botschafterin gegen Genitalverstümmlung. Das Buch entstand in Kollaboration mit Jeanne D‘Haem und wurde erstmals 2003 veröffentlicht.

Schmerzenskinder:

Ihr drittes Buch verfasst die Recherchen von Dirie und der Journalisten Corinna Milborn über weibliche Beschneidung in Europa. Das Buch erschien erstmals 2007.

Brief an meine Mutter:

Ihr viertes Buch beschäftigt sich mit ihren Erlebnissen als Model.

Preise:

    * Deutscher Afrika-Preis 1999
    * Corine 2002 für „Nomadentochter“
    * Women's World Award 2004 - World Social Award
    * Erzbischof-Oscar-Romero-Preis 2004
    * Prix des Générations 2007
    * Martin-Buber-Plakette der Stichting Euriade 2007

Privatleben:

Im Jahre 2002 gründete Dirie die Waris Dirie Foundation in Wien, die Geld für eigene Projekte in Somalia, Senegal und Sudan sammelt. Im März 2005 wurde Dirie österreichische Staatbürgerschaft. Ihr Sohn Aleke (*1997) lebte bei seinem Vater in den USA, aber mittlerweile lebt er mit ihr in Wien.

Im März 2004 wurde sie von dem 26-jährigen portugiesischen Stalker Paulo Augusto in ihrer Wohnung in Wien attackiert, der davon überzeugt war, dass sie ihn liebe. Er verfolgte sie durch ganz Europa, ehe er, durch ein Nachbarsfenster, in ihrer Wohnung kletterte. Augusto wurde später von der Polizei erfasst.  

Verschwinden:

In März 2008 verschwand Dirie spurlos für drei Tage in Brüssel, so dass sie nicht wie geplant die Martin-Buber-Plakette 2007 in Rathaus der niederländischen Stadt Kerkrade in Empfang nehmen konnte. Sie verschwand am Abend des 04. März und wurde am 07. März 2008 von einen Polizisten wiedergefunden, der sie in der Nähe des Grote Markt in Brüssel erkannte. Sie erzählte über ihr Verschwinden, dass sie sich einfach verlaufen und in den Nächten in einer Hotellobby übernachtet hätte. Wenige Tage später ließ ihr Anwalt verlauten, dass Dirie einem Taxi-Fahrer zum Opfer gefallen sein war, der versucht habe sie zu vergewaltigen.